Privat finanzierte Kultureinrichtungen als Herausforderung für den öffentlichen Kulturbetrieb am Beispiel des Festspielhauses Baden-Baden (Michael Drautz)

Wie wird ein Opernhaus in Deutschland finanziert? 80% vom Staat, 20% Eigeneinnahmen – so lautet die gegenwärtige Faustformel für den bundesdeutschen Durchschnitt. Und die prekäre Lage der öffentlichen Haushalte legt nahe, dass die Subventionen bis 2030 sinken werden. Wie muss dann ein Opernhaus funktionieren, um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein? Wie die Zukunft aussehen könnte, zeigt das Festspielhaus Baden-Baden, das, nach einer öffentlichen Anschubfinanzierung in den ersten vier Jahren, seit 2002 ohne Subventionen für die laufenden Produktionen auskommt. Michael Drautz ist seit der ersten Stunde im Jahr 1998 kaufmännischer Geschäftsführer in Baden-Baden. In seinem Vortrag gibt er Einblicke in die Struktur des ersten privat finanzierten Opernhauses und zeigt, welche Faktoren für den Erfolg des Vorhabens ausschlaggebend waren und sind.

Zur Person

Michael Drautz wurde 1970 in Stuttgart geboren und studierte Betriebswirtschaft in Berlin. Seine Karriere startete er 1994 bei einer Unternehmensberatung im Sanierungsmanagement mittelständischer Unternehmen. Anfang 1997 wechselte er als Geschäftsführer zur Marketing-Agentur DEKRA Promotion, bevor er im Herbst 1998 Geschäftsführer des Festspielhauses Baden-Baden wurde. Seit mittlerweile zwölf Jahren ist er für die kaufmännische Seite des Hauses verantwortlich und hat daher wesentlichen Anteil an der Erfolgsgeschichte des größten deutschen Festspiel- und Opernhauses.

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2 Antworten zu “Privat finanzierte Kultureinrichtungen als Herausforderung für den öffentlichen Kulturbetrieb am Beispiel des Festspielhauses Baden-Baden (Michael Drautz)

  1. Angelika Fischer

    Hallo,
    privat finanzierte Kultureinrichtungen? Diese Art von Finanzierung machen uns die US-Amerikaner bereits seit geraumer Zeit vor – mit welchem Ergebnis? Unternehmen und Großkonzerne beeinflussen die Kulturkonzeption , kaufen gewissermaßen die Kultur und spannen sie für ihre ökonomischen kapitalistischen Zwecke und Ziele ein. Um es kurz zu fassen: Das Kapital bestimmt die Themen und produziert auf diese Weise Kultur für Reiche; sozial schwache Klassen werden aus der Kultur ausgeschlossen! Wollen wir das? Unsere subventionierte Kulturlandschaft ist auch nur bedingt unabhängig (systembedingt), viele Kulturschaffende haben leider ihre Schere bereits im Kopf; meines Erachtens ist die öffentliche Kulturfinanzierung um ein Vielfaches besser als die privat finanzierte; deshalb gilt es meiner Meinung nach, diese unvergleichliche und auf der ganzen Welt in der Form selten oder überhaupt nicht vorhandene öffentliche Finanzierung zu verteidigen und zu erhalten! Das Geld für die Kulturfinanzierung wäre da, wenn die Herrschenden unser Geld nicht, wie 2008 geschehen, den Banken in den Rachen schmeißen würden und die Lohnabhängigen dafür bezahlen lassen würden; dieses Unrecht ist in vollem Gange! Wo bleibt der lautstarke Protest und das Dagegenhalten bei den Kulturschaffenden?
    Mit freundlichen Grüßen
    A. Fischer

  2. Stefan Gürtler

    Ich finde Angelika Fischer hat bedingt recht, insofern dass die Kultur-investitionen dem vom Bankendesaster verursachten Sparzwang zum Opfer fallen. Davon sind meistens die kleineren Kultureinrichtungen betroffen, sodass „Kultur von unten“ immer weniger Möglichkeit bekommt, sich zu artikulieren. Für Festspielhäuser wie Baden Baden oder Bayreuth, wo ohnehin nuer die „oberen Zehntausend“ hingehen, sollten keine öffentlichen Mittel verschwendet werden. Auch sollten die Opern und Konzerthäuser dieses Landes die Gagen für teure Stars sich von vermögenden Stiftern holen. Der an Kultur interessierte Kleinverdiener braucht Vielfalt im Angebot von jungen engagierten Künstlern und keine teuren arrivierten Stars. Solche Konzepte verdienen öffentliche Gelder!

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